Dunner/Minor (P2) - erstes Gesamtpodium für Lukas in Železniki (SLO), Führung im MITROPA-CUP mit Sieg ausgebaut

Eine Woche nach dem actiongeladenen Wochenende im Rahmen der Rallye Weiz, bei dem unser Team Speedlife-Knobi.at zwei Rally2-FABIA im Rahmen der ORM an den Start bringen konnte, stand vergangenes Wochenende der nächste Einsatz von Lukas Dunner/Ilka Minor im Rahmen des MITROPA-CUP am Programm.

Das Duo ging am Samstag um 16:45 als Führende des MITROPA-CUPS in die Rallye, am Samstag standen vier Sonderprüfungen am Plan, am Sonntag folgten sechs weitere Prüfungen – am Ende belegte das Duo Rang zwei Gesamt, die Führung im MITROPA-CUP konnte mit einem Sieg ausgebaut werden.

Schon der Start in die Rallye war erfreulich, dass Duo konnte einen vierte Gesamtzeit notieren – abgesehen vom deutlich überlegenen slowenischen Serienstaatsmeister Rok Turk waren alle weiteren Top-Piloten in Griffweite. Auf SP2 hatte das Team mit Akustik-Problemen durch eine schlechte Kabelverbindung in einem Helm zu kämpfen, in SP3 steigerte sich Lukas Dunner trotz schlechterer Fahrbahnbedingungen als im ersten Durchgang mit einer zweiten SP-Zeit auf Platz drei in der Gesamtwertung.

Bei der ersten Prüfung seinen noch jungen Karriere, die bei Dunkelheit befahren werden musste – SP4 – verlor Dunner jedoch mit einer 5. Gesamtzeit wieder einen Rang an den Österreicher Simon Wagner, der vergangene Woche die Rallye Weiz im SKODA FABIA Rally2 gewinnen konnte und hier im zweiradgetriebenen Ford Fiesta Rally4 als Testpilot für den Reifenhersteller Hossier am Start war.

Am Sonntag startete das Duo in die Prüfung Sorica, die im Laufe des Tages drei Mal befahren werden sollte – eine schnelle aber auch sehr selektive Prüfung, mit 11,6 KM die zweitlängster der insgesamt vier unterschiedlichen Wertungsprüfungen an den zwei Tagen. Bereits beim ersten Durchgang konnte Lukas mit einer dritten Gesamtzeit auch den dritten Platz in der Gesamtwertung von Simon Wagner (im Rally4 Fiesta) zurück erobern, auf SP7 war der Wiener erstmals unter 1 Sekunde am Kilometer am Dominator dieser Rallye, dem vierfachen slowenischen Staatsmeister Rok Turk dran. Mit einer zweiten Gesamtzeit schob sich das Duo auch am Slowenen Marko Grossi (Peugeot Rally4) vorbei auf Rang zwei der Gesamtwertung. Obwohl die Streckenbedingungen sich leicht verschlechterten, konnte sich das Duo Dunner/Minor sowohl auf der SP Dražgoše als auch auf der SP Soica in jedem Umlauf verbessern, auf der SP9 lieferte der jungen Wiener in Hinblick auf seine noch sehr junge Karriere eine für alle Beteiligten überraschend starke Zeit ab.

 

Er verlor auf den 11,6 SP-KM gerade einmal 6,1 Sekunden (0,5 Sek/KM) auf den Seriensieger Rok Turk, den Rest des Feldes distanzierte das Team im Rally2-SKODA auf dieser WP deutlich. Auch auf der letzten WP gelang Dunner erneut eine zweite WP-Zeit, auf die nächsten Verfolger - Grossi/Berlot (Rally4 Peugeot), gefolgt von Kovacs/Istovics (Rally2 Ford), Wagner/Stein (Rally4 Ford) und Zrinski/Vidmar (Rally2 Ford) - konnte der erst 19-jährige Pilot des Teams Speedlife-Knobi.at bis ins Ziel über eine halbe Minute Vorsprung herausfahren. Im Ziel war das ganze Team dementsprechend zufrieden, der Youngster natürlich ganz besonders.

Lukas Dunner: „Die Rallye war für mich ein sehr toller Event. Ich bin schon mit einem guten Gefühl in die SP1 gestartet, die Prüfung war nach dem Besichtigen eine meiner beiden favorits. Ich habe mich von Beginn an wohl gefühlt, mit meiner Pace war ich für den Start sehr zufrieden. Direkt vor SP2 hatten wir einen Schock, als das Mikrofon von Ilkas Helm plötzlich nicht mehr funktionierte – Ilka hat aber alles gegeben, mit einer Hand das Mikrofon auf einer Position gehalten in der es einigermaßen funktioniert hat und mit der anderen Hand den Schrieb gehalten und geblättert. Unglaublich, dass das funktioniert hat – am Ende haben wir die Prüfung ganz gut gemeistert, etwas Zeit verloren haben wir aber natürlich dennoch. Auf der SP4 habe ich dann zwei Mal die Linie nicht genau getroffen und beide Male mehr Platz gebraucht als erwartet – das hat meinen Rhythmus gebrochen, danach hat es einigen Kilometer gebraucht, bis ich wieder meine gewohnte Pace fahren konnte. Der Sonntag war dann einfach nur Spitze – wir haben uns in jedem Durchgang gesteigert und gesehen, dass sich die Arbeit lohnt. Tolle Rallye, tolle Stages, das Team hat wieder eine Mega-Leistung gezeigt – vielen Dank an alle, die mich an diesem Wochenende unterstütz haben.

Mein erstes Gesamtpodium bei einer Rallye nach so kurzer Zeit einfahren zu können war ein echt schönes Erlebnis, der Sieg im MITROPA-CUP war auch wichtig. Wir haben darüber hinaus einige Bereiche erkannt, in denen ich mich noch verbessern kann – wir sind aber natürlich erst am Anfang, der Rallyesport ist eben sehr komplex. Ich freu mich jetzt schon auf die nächste Rallye, die Zeit im Sommer bis dahin werde ich auch noch ein wenig genießen, ich werde mich aber auch gut auf die nächsten MITROPA-CUP Lauf in Italien Mitte August vorbereiten.“

Lukas hat hier wirklich eine starke und sehr reife Leistung gezeigt. Von den Herausforderungen auf SP2 hat er sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, über beide Tage hinweg hat es sich ohne relevante Fehler bemerkenswert gesteigert. Den Rückstand zum Sieger – und das war diesmal der vierfache slowenische Meister Rok Turk in seinem Wohnzimmer, Rok konnte die Rallye im Rally2 Hyundai zum vierten Mal in Folge gewinnen – war deutlich geringer als zuletzt in Italien. Auf SP7 und 9 hat er das ganze Team überrascht, zwei Mal in Folge unter einer Sekunde am Kilometer an Rok dran, das war schon stark. Das Team hat im Service auch wieder einen perfekten Job gemacht – Andi, Mirek und ich haben uns einige Stellen live angesehen sowie Videos und Daten analysiert. Luki hat unsere Inputs auch prompt umgesetzt - das hat uns beeindruckt. Einige interessante Erkenntnisse, woran wir wie weiter arbeiten können, hatten wir auch wieder – Stillstand ist ja bekanntlich im Motorsport Rückschritt. In vier Wochen trifft Lukas in Italien wieder auf einige sehr schnelle Rally2-Piloten – wir sind schon alle auf die Nennliste gespannt, und freuen uns auf die Rallye.

Onboard Dunner/Minor von der SP9 (2. Gesamtzeit, Top-Speed – 182 km/h): https://www.youtube.com/watch?v=OGdniP6VHcE

Ergebnis Rallye: https://www.ewrc-results.com/results/68760-rally-zelezniki-2021/

Zwischenstand MITROPA-CUP: https://robert-stadler.de/tickets/pdf-mospo-results.php?evt=9&lst=5